Arbeitsschutzdokumente: Diese Aufbewahrungsfristen gelten

Ist das ein wichtiges Dokument oder kann das weg? Das fragen sich viele Arbeitgeber und Arbeitsschutz-Verantwortliche, wenn sie im Büro aufräumen. Was Arbeitsschutz-Unterlagen angeht, gelten verschiedene Aufbewahrungsfristen, die in vielen Gesetzen und Verordnungen geregelt sind. Wir haben die wichtigsten Fristen für Sie zusammengefasst:

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https://www.arbeitsschutz-portal.de/multimedia/pdf/aufbewahrungsfristen-arbeitsschutz2019.pdf?src=asp-intern&typ=pdf&cid=7197

Quelle: https://www.arbeitsschutz-portal.de/beitrag/asp_news/7197/arbeitsschutzdokumente-diese-aufbewahrungsfristen-gelten.html

Informationen zu neuen Akkreditierungsregeln für SGA-Managementsysteme: Mitteilungspflicht von schwerwiegenden Vorfällen.

Der Managementsystemstandard für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA) ISO 45001 wurde am 12. März 2018 veröffentlicht und ersetzt den Standard OHSAS 18001:2007. In diesem Zusammenhang wurden auch die Akkreditierungsregeln entsprechend der Vorgaben des IAF (International Accreditation Forum) überarbeitet. Da die ISO 45001 ein international gültiger Standard ist, fällt er unter die Verantwortung des IAF. Maßgeblich ist hier das IAF Mandatory Document (MD) 22. Das Dokument gilt für SGA-Managementsysteme sowohl nach ISO 45001 als auch nach OHSAS 18001. In diesem Dokument thematisieren wir die Mitteilungspflicht von schwerwiegenden Vorfällen und geben einen Überblick über weitere wichtige Themen.

Mitteilungspflicht von schwerwiegenden Vorfällen:

Besonders hervorzuheben im IAF MD 22 sind neu definierte Mitteilungspflichten für Unternehmen mit einem zertifizierten SGA-Managementsystem (sowohl OHSAS 18001 als auch ISO 45001:2018). Zertifizierte Organisationen müssen nun ihre zuständige Zertifizierungsstelle unverzüglich über schwerwiegende Vorfälle informieren. Dies gilt auch besonders, wenn die regelsetzenden oder genehmigenden Stellen im Arbeitsschutz (Behörden, Berufsgenossenschaften etc.) ebenfalls über das Vorkommnis informiert werden müssen. Nach Eingang der Mitteilung überprüft die Zertifizierungsstelle, ob ein Sonderaudit notwendig ist, in welchem die Wirksamkeit des SGA-Managementsystems überprüft und bestätigt wird. Sollte sich im Rahmen des Sonderaudits herausstellen, dass das SGA-Managementsystem nicht (mehr) wirksam funktioniert, so ist der Zertifikatsentzug die Folge.

Was sind schwerwiegende Vorfälle?

Die DMSZ GmbH definiert folgende Ereignisse als schwerwiegende Vorfälle, aus denen sich eine Meldepflicht ergibt:

  • Ereignis mit Personenschaden mit (sofortiger oder späterer) Todesfolge
  • Ereignis mit Personenschaden mit stationärem Krankenhausaufenthalt (d.h. nicht ambulant, unabhängig von der Schwere der Verletzung)
  • einer Verletzung von Gesetzen/einschlägigen Regeln

Als weitere Interpretationshilfe zur Auslegung des Begriffes „schwerwiegender Vorfall“ können die Maßstäbe folgender öffentlich-rechtlicher Verordnungen herangezogen werden:

  • §19 BetrSichVO
  • §18 GefahrstoffVO
  • §17 BioStoffVO
  • §108 StrlSchVO.

Sollten Sie sich unsicher sein, ob ein Ereignis ein schwerwiegender Vorfall ist oder nicht, wenden Sie sich bitte unverzüglich an Ihre Zertifzierungsstelle.

Wie kann ein Unternehmen einen schwerwiegenden Vorfall mitteilen?

Für alle von der DMSZ GmbH zertifizierten Unternehmen (ISO 45001 und OHSAS 18001) gilt, schwerwiegende Vorfälle unverzüglich an Ihren Auditleiter und/oder folgende E-Mail-Adresse zu melden: info@dmsz.de

Was passiert, wenn ein Unternehmen einen schwerwiegenden Vorfall nicht meldet?

Kommt ein Unternehmen seiner Meldeverpflichtung nicht nach, und wird dieses Versäumnis im Rahmen des Re-Zertifizierungs- oder periodischen Überwachungsaudit festgestellt, so wird hierzu eine Abweichung in den Auditreport formuliert. Kommt ein Unternehmen seiner Meldeverpflichtung wiederholt nicht nach, so droht der Zertifikatsentzug.

Weitere wesentliche Themen des IAF MD 22 im Überblick

  • Anforderungen zur Einstufung von Unternehmen bzw. Branchen in SGA-Risikokategorien (hoch/mittel/gering) in Abhängigkeit von den branchentypischen und unternehmensspezifischen Tätigkeiten und den damit assoziierten SGA-Risiken
  • Anforderungen an die im SGA-Audit einzubindenden Personen (u.a. Oberste Leitung, Personal mit Verantwortung im Arbeitsschutz, Arbeitnehmervertretung, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte, externe Dienstleister/Auftragnehmer mit Relevanz für den Arbeitsschutz) sowie an die Beteiligung dieser Gruppen im Auditabschlussgespräch

Für die Zertifizierungsstellen werden darüber hinaus weitere Themen behandelt:

  • Anforderung an die am Zertifizierungsprozess beteiligte Personen hinsichtlich ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten
  • Anforderungen an die Methoden zur Bestimmung der Auditzeit
  • Anforderungen an die Prüfung der Einhaltung rechtlicher Verpflichtungen als Bestandteil des Audits
  • weitere akkreditierungsrelevante Anforderungen

Hilfreiche Links:

Das IAF MD 22 sowie weitere Informationen zum Umstellungsprozess, der Migrationsfrist und einigen Änderungen finden Sie auf der Webseite der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) sowie auf der Webseite der DMSZ GmbH

Ab sofort: RoHS-Richtlinie gilt für alle Elektro- und Elektronikgeräte

Am 22. Juli 2019 ist die mehrjährige Übergangsfrist der Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (RoHS-Richtlinie; EU 2011/65) abgelaufen. Damit sind auch “sonstige Geräte“ vom Geltungsbereich der Richtlinie umfasst (neue Kategorie 11 und so genannter “offener Anwendungsbereich“).

Der Anwendungsbereich der RoHS-Richtlinie umfasst damit alle Elektro- und Elektronikgeräte, sofern sie nicht explizit ausgenommen sind. Die in Artikel 2 der RoHS-Richtlinie beschriebenen Ausnahmen bleiben bestehen). Auch die meisten Kabel sind umfasst. Betroffen sind Hersteller und Importeure von Elektro- und Elektronikgeräten sowie deren Lieferkette.

Darüber hinaus ist Anhang II der RoHS-Richtlinie ab dem 22. Juli 2019 um die Verwendungsverbote von 4 Stoffen (Weichmacher; Bagatellgrenze 0,1 Gewichtsprozent) erweitert:

  • Di(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP),
  • Butylbenzylphthalat (BBP),
  • Dibutylphthalat (DBP) und
  • Diisobutylphthalat (DIBP)

Daneben gelten gemäß Anhang II der RoHS-Richtlinie folgende Stoffverwendungsverbote:

  • Blei (Pb) (0,1 Prozent)
  • Quecksilber (Hg) (0,1 Prozent)
  • Cadmium (Cd) (0,01 Prozent)
  • Sechswertiges Chrom (0,1 Prozent)
  • Polybromierte Biphenyle (PBB) (0,1 Prozent)
  • Polybromierte Diphenylether (PBDE) (0,1 Prozent)

Die deutsche Elektro- und Elektronikgeräte-Stoff-Verordnung setzt die RoHS-Richtlinie in nationales Recht um.

(Quelle DIHK)

TRBS 2121: Das Wichtigste zur Verwendung von Leitern und Gerüsten

Absturzschutz nach BetrSichV regeln

Wenige Wochen ist die neugefasste Technische Regel für Betriebssicherheit (TRBS) 2121 „Gefährdung von Beschäftigten durch Absturz“ alt. Sie haben sich noch nicht damit auseinandergesetzt, welche Änderungen diese Konkretisierung der Betriebssicherheitsverordnung mit sich bringt? Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) und die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) haben die wichtigsten Aspekte zusammengefasst.

Auch wenn viele sie innerlich belächeln mögen: Abstürze von Leitern haben oft schlimme Folgen; von Gerüstabstürzen gar nicht zu sprechen. Beide zusammen machen mehr als die Hälfte aller Absturzunfälle in der Bauwirtschaft und in baunahen Dienstleistungen aus. Und wiederum 50 % der tödlichen Arbeitsunfälle sind Absturzunfälle. Die TRBS 2121 erklärt detailliert, worauf Sie bei der Verwendung von Leitern und Gerüsten für einen angemessenen Absturzschutz achten sollten. Damit die Anforderungen und Vorgaben möglichst praxisnah sind, wurden Erkenntnisse aus dem Bau-Unfallgeschehen in die Überarbeitung mit einbezogen.

28. Mai 2019 | BG BAU Arbeitsschutz-Portal-Redaktion Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM)

Quelle: https://www.arbeitsschutz-portal.de/beitrag/asp_news/7228/trbs-2121-das-wichtigste-zur-verwendung-von-leitern-und-geruesten.html